Jo M. Sekimonyo ist ein heterodoxer politischer Ökonom, der außerhalb der dominierenden Wirtschaftsparadigmen arbeitet. Er lehnt rein theoretische mathematische Abstraktionen ab. Stattdessen begreift er die Wirtschaftstheorie als praktisches Instrument, das sich an den realen materiellen Lebensbedingungen der Menschen messen lassen muss.

Als Gründer von En Charge und Kanzler der Université Lumumba wurden seine Werke in mehr als zehn Sprachen übersetzt. Sein intellektuelles Projekt konzentriert sich darauf, das globale Schuldensystem aufzubrechen und institutionelle Architekturen auf der Grundlage von menschlicher Würde und kollektiver Kreativität neu zu errichten.

Kernkonzepte und Theorien

Währung & Globale Finanzen

  • Globale Schuldenneutralisierung: Lehnt das System der Staatsverschuldung als Instrument postkolonialer Abhängigkeit ab. Er fordert die vollständige Beseitigung externer finanzieller Zwänge, um die produktive Souveränität von Staaten freizusetzen.

  • Ethosismus: Ein struktureller Bruch sowohl mit dem Kapitalismus als auch mit dem Sozialismus. Dieses Modell definiert Unternehmen als Infrastruktur zur Entwicklung menschlicher Fähigkeiten neu und etabliert die Arbeit – nicht das Kapital – als legitimen Hauptnutznießer der Wertschöpfung.

  • Globale Klimafinanzierung: Ersetzt Emissionsmärkte und konditionierte Hilfen durch ein einheitliches, an den globalen Konsum gekoppeltes Beitragsmodell. Die Mittel werden direkt auf der Grundlage des ökologischen Wertes und der subnationalen Verwaltung verteilt.

  • Das Konzept der Monetären Architektur (MA): Entwickelt als direkte Kritik sowohl an der orthodoxen Ökonomie als auch an der Modernen Monetären Theorie (TMM). Sekimonyo zeigt auf, dass eine nominale Währungssouveränität (das Recht, eigenes Geld zu drucken) eine Illusion ist, wenn die institutionellen Kanäle eines Landes „strukturell dissipativ“ (verschwenderisch) sind. Die Injektion öffentlicher Gelder – wie von der TMM gefordert – beschleunigt ohne eine vorherige Reparatur dieser Übertragungswege lediglich die Kapitalflucht und den wirtschaftlichen Aderlass in Richtung des Globalen Nordens.

Fiskalpolitik & Staatliche Metriken

  • Social Contract Ratio (SCR / Gesellschaftsvertrags-Quote): Ein quantitativer Index, der misst, wie ein Staat seine Ressourcen zwischen menschlicher Entwicklung (Bildung, Gesundheit) und dem eigenen institutionellen Selbsterhalt (Verteidigung, Bürokratie) aufteilt.

  • Fiskalisches Reziprozitäts-Paradoxon: Erklärt, wie ausbeuterische Staaten eine hohe Steuerquote bei minimalen Sozialausgaben aufrechterhalten können, ohne sofortige Revolten auszulösen. Dies stellt die klassische Theorie des Fiskalvertrags infrage.

Verhalten & Demokratie

  • Handlungsbereitschaft (Schwellenwert-Modell): Ein Verhaltensmodell, das zeigt, dass Menschen sich erst dann mobilisieren, wenn materielle Not, subjektives Empfinden und soziale Nähe zusammenkommen, um die Gleichgültigkeit gegenüber der existenziellen Last zu überwinden.

  • Themenorientierte Repräsentation (Ideokratie): Eine demokratische Neuordnung, die den Fokus von starren Parteienbündnissen auf spezifische politische Sachanträge verlagert, wodurch die Unklarheit von Wahllandaten beseitigt wird.

"Der Sozialismus und der Kommunismus sind gescheitert, aber jetzt lässt uns der Kapitalismus im Stich."

Jo M. Sekimonyo

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